Zwei unterschiedliche Halbzeiten beim Spitzenspiel

23:49:28 26.11.2022 von Alexander Klatte

Verbandsliga Männer

OHC Bernstadt – HVO Cunewalde 16:21 (11:12)

Die Emma von der weiblich B führte mit mir vor der Partie „ein Interview“. Und was glauben Sie, wie das Spiel ausgeht? Herrlich. Auch Oskar, der morgen im EHV Trikot zum Sachsen-Pokalspiel seine „alten Kameraden“ begrüßen will, war doch interessiert von meiner Meinung, wie denn das Spiel ausgehen würde. Wie viele, viele andere auch. Finanzchefin Mandy Schmitz meldete mir 319 zahlende Zuschauer. Wenn man bedenkt, dass alle U18 (und das war ne Masse, was sich dort auf der Platte während der Pause abspielte), alle anderen Aktiven und weitere Funktionäre man noch dazurechnet, dann hat man eine Ahnung davon, was in dieser Halle los war. Was wurde selbst in der „SZ“ davon geschrieben. Beobachter des HVS waren da, Fotografen und, und und. Sie alle sahen ein rassiges, teilweise atemberaubendes und trotz der Zeitstrafen und Karten ein insgesamt faires Match. Mit einem verdienten Sieger aus Cunewalde, welche auch einen großen Tross an Fans mitgebracht hatten. Es war Handballwerbung pur. Ich selbst war mit ein paar Kids aus meiner WG vor Ort und ein 16-jähriges Mädel sagte später zu mir: “Schade, dass ich mit Fußball angefangen habe. Handball ist ja so viel spannender.“ Zwei Finger hatte sie komplett abgeknaupelt. Aber alle fanden, dass sie ein tolles Spiel gesehen hatten. Wen interessiert da schon Fußball? Zum Spiel: Auch wenn Florian Sieber vor Beginn der Partie „tief stapelte“ mit den vielen Verletzten (die Cunewalde durchaus hat): der Respekt war durchaus da. Ne ne, auch wenn es unfair erscheint. Er nimmt dann doch lieber zuerst die Heimseite und überlässt dem OHC den Ball. Es werden zwei sehr unterschiedliche Halbzeiten. In den ersten zwanzig Minuten gibt es ein ständiges Auf – und Ab. Kein Team kann sich mit mehr als einem Tor absetzen. Die jeweilige Führung durch den OHC (Alex, Willi und Danny zum 3:2)können die Gäste auf ein 3:4 drehen. Dann jagt Stefan vier Buden rein bis insgesamt 8:7. Das war auf beiden technisch nicht alles sauber. Beide Teams sehr offensiv deckend. Und auf beiden Seiten wurden Chancen zu Hauf „vergeigt“. Oder eben „gekillt“. Was heute ein Norman Jacobi an Paraden zeigte, war schon 1+ Sternchen. Im Schnitt nur aller 3 Minuten musste er hinter sich greifen. Böhm agiert sehr gut gegen den Spielmacher der Gäste; Stepan Brabec, Und erzielt das 9:8. Da sind 22 Minuten gespielt. Willi zum 10:10. Steve ist in einem Abnutzungskampf am Kreis. Die Halle „berstet“. Auch die Cunewalder zeigen sich beeindruckt. Nutzen aber ihre Chance ein klein wenig besser. 10:12. Ali macht bei der Zeit 28:14 (das schreibe ich dieses Mal so) den Anschluss. Und Maki muss nun runter. Aber merken wir uns die 28:14… In der Kabine sieht Trainer Torsten Katzer das Team auf „Augenhöhe“. Es werden im Team taktische Details besprochen. Wie agieren wir im Deckungsverbund, wie reißen wir Lücken gegen die Hühnen im Zentrum? Die 2 Minuten können wir ohne weiteren Gegentreffer (bei einer tollen 7m Parade von Norman) halten. Und bis zur 50.Minute erzielen die Gäste nur fünf Treffer. Das alles stimmt. Aber wir erzielen bis zu 49:33, als Gerlach endlich einen Konter einnetzt, KEINEN EINZIGEN TREFFER. Wenn ich richtig gerechnet habe, war der OHC 21 Minuten und 19 Sekunden ohne Torerfolg. Und es ist ja nicht so, dass wir keine Chancen gehabt hätten. Vom 7m über Konterstöße und einer Doppelchance frei vor dem Tor. Der Ball geht nicht rein. Torhüter Alexander Anys ist einfach nicht zu bezwingen. Die 2 Minuten, die nun einhergehen, ziehen den Gastgebern scheinbar den Schneid. Nicht ganz, denn in Unterzahl trifft nun der bis dato glücklos spielenden Luis Kahle gleich doppelt. Aber Georg, der zuvor schön über die Außen trifft, kann den nächsten Konter nicht verwerten. So sind dann knapp zwei Minuten vor Schluss, als Ladislav Pokorny den 20.Treffer macht, auch die letzten Optimisten eines besseren belehrt. Aber nicht die Fans, nicht dieser fantastische Anhang des OHC. Diese wissen ganz genau, dass ihr Team alles gegeben hat, um ein ebenbürtiger Gegner zu sein. Man hat den HVO in Hälfte eins mehr als „geärgert“. Darauf kann man aufbauen. Die hocherfreuten Spieler der Gäste waren nach der Partie ausnahmslos des Lobes voll über dieses Atmosphäre. Trotzdem wünschte ich dem einen oder anderen, dass er das nicht nochmals erleben solle. Denn faktisch kann sich der HVO nur selbst schlagen und sollte im nächsten Jahr wieder in seinem Wohnzimmer, der Sachsenliga, auflaufen. Meine Kids waren eigentlich nur enttäuscht, dass sie nicht morgen nochmals in die Halle kommen können. Ach kommen sie, Herr Klatte… Am Sonntag ist Sachsen-Pokal und mit dem Reserveteam des EHV Aue II stellt sich der derzeitige Tabellenzweite der Sachsenliga vor. Es beginnt bei 0:0. Und hoffentlich wieder vielen Fans. Danke für diesen, trotz Niederlage, begeisternden Handballnachmittag. wir.zusammen.OHCfamilie. Euer Alex (26.11.2022)

Der OHC Bernstadt mit:

Tom Seidel, Norman Jacobi, Falko Böhmer(1), Stefan Deutschländer(4), Willi Bräuer(2), Steve Höhne, Hannes Höhne, Tony Ulbrich(1), Danny Ulbrich(2), Alexander Paul(2), Markolf Janeck, Georg Katzer(2), Danny Ulbrich(2), Luis Kahle(2)

Team: Jens Heinze, Torsten Katzer, Jessica Sommerfeld

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