Verbandsliga Männer
ESV Dresden – OHC Bernstadt 36:36 (20:16)
„Es können nur Männer verstehen, was Männer vereint.“ besingt Herbert Grönemeyer in seinem Titel „Männer“ auf seiner LP 4630 Bochum im Jahre 1984. Und so standen sie auf der Platte, vereint oder in Grüppchen und wussten nicht so recht, wie sie das Ergebnis bewerten sollten. Beide Teams. Im altehrwürdigen Lokschuppen hatten sich Dresden und Bernstadt einen wahren Handballfight geliefert. Mit gefühlt offenem Ausgang; bei den meisten Fans aus Bernstadt aber mit Tendenz zum Punktgewinn. Beim ESV, in den letzten Wochen DIE Übermannschaft nach Siegen in Pirna und Niederau, waren dann doch mehr die Blicke ins Leere und ESV – Teamchef Heiko Hoffmann gab mir gegenüber auch unumwunden zu, dass er es als Punktverlust ansah. Über den Zeitfaktor des kompletten Spiels liegt er da emotional richtig, denn sein Team dominierte über weite Strecken mit einem ganz starken Auftritt. Aber, auf die letzten Minuten gemünzt, kann er dann doch froh sein, dass sein Team in der Schlussminute noch den Ausgleich schafft. Im Vorfeld der Partie war am Freitag in der Sächsischen Zeitung zu lesen, dass Trainer Torsten Katzer die Partie doch „entspannt“ sah. Mit einer deutlichen Erkenntnis, dass die Kaderbreite für „einen Angriff nach oben aufs Podest“ dann eben doch zu schmal sei. Zumal der OHC auch an diesem Wochenende mehrere Spieler aufgrund von dienstlichen oder privaten Gründen ersetzen musste. Das gelang nicht immer; schon gar nicht 1:1. Während als „Ploci-Vater“ als Fan noch fragte, ob denn die Halle kleiner geworden sei, bekam „Ploci-Sohn“ die ersten Schläge um die Ohren. Der Keeper der Gäste hatte einen schweren Stand. Vermutlich hat die Halle nicht die 20 Meter Spielfeldbreite, aber das vorhandene nutzte der Gastgeber GNADENLOS PERFEKT. Die Rede nach dem Spiel war von 21 (!) Treffern über die Außen. Der OHC wusste gar nicht, wie genau sie die Angriffszüge verteidigen sollten und man lag schnell mit zwei Toren hinten. Nach vorn wurde derweil auch stark kombiniert und Luis fing an, den Gastgeber zu ärgern. Entweder mit Toren (beim 5:4 warf er schon sein drittes) oder mit genialen Pässen auf Curd, der erfolgreich einnetzen konnte. Als er auf Tony passt und dieser den 6:7 Führungstreffer macht, ist der OHC „im Spiel“. Man kann sich sogar kurzzeitig mit zwei Toren (zum 7:9) absetzen, weil nun auch Patrick „den Michel“ raushängt und die Netzqualität im Tor prüft. (zum 8:10). Dresden übernimmt wieder das Geschehen. Der ESV kommt mit schnellen Bewegungen und variantenreichen Kombinationen zurück ins Spiel. Auch wenn Ploci den einen oder anderen nun killt > die Gastgeber übernehmen das Zepter. In der unglaublich lauten Halle (man stelle sich mal vor, da wären 200 Zuschauer wie in Bernstadt…) müssen die Schiedsrichter Schwerstarbeit verrichten. Nicht immer sind die Entscheidungen plausibel. Beim 11:10 für die Gastgeber steht Oliver Ozellis nicht auf die Linie > er springt im Kreis ab. Beim OHC agiert mittlerweile Falko Böhmer für den glücklosen und „durch die Wand ist auch eine Aktion“ spielenden Georg und vollendet traumhaft zum 11:11. Dresden geht aber mit viel größerer Wucht in die finalen Würfe und kann sich Stück für Stück absetzen. In dieser Situation fehlen da ein Hannes, Erwin oder ein Stefan als „Blocker“ im Abwehrverband. So bekommt der OHC das Problem nicht gelöst. Aber sie schaffen es > „guckst du weiter unten“… Die zwei Minuten gegen uns und die verwandelten 7m lassen den Vorsprung auf vier Tore zur Halbzeit anwachsen. Der OHC bleibt in Hälfte zwei dran, kann auf drei verkürzen (22:19 durch Luis), ehe der Gastgeber den Sack schon zumachen wollen. Sie sind mit fünf Toren weg (25:20). Und ja, es gab schon glücklichere Auslegungen der Schiedsrichter. Die klare Ecke wurde nicht gegeben und der Konter gegen die verdutzen Gästen sitzt. Und so hätte das Spiel ewig weiter gehen können. Der OHC konnte keine Dominanzphase aufbauen und der ESV machte Tor um Tor. Ja, aber eben nicht ganz. Falko (Alter schützt vor Leistung nicht und Böhm machte wieder ein Sahnespiel) zum 27:24. Auch die Auszeit der Gäste fruchtet noch nicht. In der 47.Minute erhöhen die Gastgeber wieder auf fünf zum 29:24. Und so langsam lässt auch der Glaube nach. Ich könnte jetzt jedes Phrasenschwein füttern… ein Spiel hat 60 Minuten und so weiter. Denn in den letzten 13 Minuten hat der OHC nun einen „neuen Plan“ in der Abwehr. Und der greift. Mehr schreib ich nicht. Angetrieben von einem überragenden und nie mit fairen Mitteln zu haltenden Luis Kahle, welcher erstmals mit 13 Treffern zweistellig persönlich einnetzt, kommt nun der OHC-Zug ins Rollen. Aber wie. Der ESV-Lok gehen die Kohlen aus. Luis binnen 16 Sekunden im Doppelpack zum Anschlusstreffer (32:31), Patrick in der 58. Minute zum Ausgleich (34:34). „BERNSTADT“ hallt es im Rund. Die Gastgeber nun in Unterzahl und verworfenem 7m. Böhm und ein treffsicherer Tony drehen das Spiel zum 35:36. Ja, Patrick mit „drei mal zwei“. Der ESV macht den Ausgleich und will in Überzahl noch den Siegtreffer. Der OHC spielt das aber glänzend nun runter und verdient sich einen grandiosen Auswärtspunkt. GANZ STARK MÄNNER! Natürlich muss man reden. Nur fünf verschiedene Torschützen sind eng bemessen. Der eine oder andere hatte heute nicht die 100% auf der Platte. Aber „in der Summe ist ein Team mehr als die pure Addition des Einzelnen“ (Phrasenschwein ist jetzt satt). Sacken lassen und freuen. Am Wochenende kommt mit Radeburg der Tabellenletzte an die Pließnitz. Letztes Jahr war das Team noch auf dem Podium. Den Kopf frei machen und fokussiert. wir.zusammen.OHCfamilie. Euer Alex (18.01.2026)
Der OHC mit: Lukas Plociennik, Gustav Bundtke, Falko Böhmer(5), Nick Hänisch, Steve Höhne, Tony Ulbrich(7), Georg Katzer, Jonas Riccius, Luis Kahle(13), Curd Mautsch(3), Patrick Michel(8)
Team: Jens Heinze, Torsten Katzer, Jessca Sommerfeld
