Verbandsliga Männer

HSV Weinböhla – OHC Bernstadt 31:32 (17:21)

Hoch die Hände, Wochenende… nicht ganz, denn die Uhr ist abgelaufen und die Hausherren können mit einem letzten Freiwurf noch den Ausgleich erzielen. Und so steht die Mauer, 12 Arme, geschlossen, geballt und können den Wurf abwehren. Während die Gastgeber mit ihrem Schicksal hadern, jubeln die Gäste auf der Platte. Schwerst erkämpft und mit jeder Menge Glück kann man die zwei Punkte beim Nachholespiel in Weinböhla einsacken. Eigentlich könnte ich mit den gleichen Sätzen wie beim letzten Spiel gegen Radeberg beginnen. Wieder eine tolle erste Halbzeit, einen Führungsausbau zu Beginn von Hälfte zwei und ein Einbruch danach, der zu Schluss fast noch einen Punkt gekostet hätte. Und so schrieb mir der Trainer der Gastgeber, Martin Kovar, weit nach dem Spiel, dass er bis jetzt mit seinem Team in der Kabine saß und wir keine Möglichkeit zum Quatschen hatten. Martin, ich wünsche Dir für die restlichen Spiele alles Gute und wir sehen uns in der nächsten Saison. Oder bei uns zum Handballfest, obwohl der Luis „ja nicht mehr zu haben ist“. Ich frag Dich auf jeden Fall an. Zum Spiel: Der OHC hat nur noch einen Kreisläufer mit Maik, der ja eigentlich vorrangig im Team der 2.Männer zu Hause ist. Patrick soll eigentlich gar nicht spielen. Tony ist wieder da. Auch Norman hat nach langer Zeit wieder Platz genommen auf der Bank. Gegen Weinböhla hatte man in dieser Saison zweimal zu Hause gewonnen (Meisterschaft und Pokal) und man wusste um die Stärke einzelner Spieler. Schnelligkeit und gedankliches Vorausdenken sollte das Team von Torsten Katzer auf die Siegerstraße bringen. Ja, ja und nein. Nach vorn kam der OHC sehr gut in Schwung. Gut, Curd musste erst justieren. Dafür „befolgte“ Erwin meine Wurfempfehlung. Richtig stark der Leuchtturm. Bis er zu denken anfing, wie er den nächsten Wurf macht. Da war es dann kurzzeitig vorbei. Aber, ein klarer Gewinner auf der Platte. Wir können viele zweite Bälle gewinnen und auch verwerten. Luis dirigiert, ist bei seinen Aktionen kaum fair vom Ball zu trennen. Macht laut HVS wieder 11 Tore. Das Team bedankt sich mit Toren. Böhm holt den 7m (und 2 Minuten) raus, Stefan macht ihn sicher rein. Luis passt auf Curd, der das 9:13 macht. Ja, nach vorn teilweise exzellent. Das Manko ist hinten zu verzeichnen. Selbst in Unterzahl können die Gastgeber teilweise ohne Körperkontakt durchmarschieren. Wieder und wieder. Im 1:1 allein gelassen und Basti ist dann bei platzierten Würfen aus der Nähe ohne Chance. Endlich wird auch Tony mal eingesetzt. Klasse Heber zum 13:16. Nach reichlich 20 Minuten schlittert das tolle Spiel des OHC schon in die erste Misere. 15:16. Der HSV ist dran. Die gut besuchte Halle tobt. Erwin mit Macht, Luis mit Schmackes. In doppelter Unterzahl macht er zudem ein „unmögliches Tor“. Ich unterhalte mich mit Handballern aus Pirna (vierte Liga), die schon längst informiert sind, dass Luis nach Hoyerswerda wechselt. Der Typ ist ne Sahne… Selbst mit faktisch zweifacher Unterzahl geht es mit + vier in die Kabine. Das Gespräch in der Kabine bleibt dort. Hellwach kommen die Erdachsen auf die Platte. Wir lassen Luis auch erst einmal draußen. Mit Georg und Maik können sie auf + 6 davonziehen. 17:23. Dann beginnt ein 28 Minütiger Abnutzungskampf. Faktisch „durch die Bank weg“ beginnt nun wieder „unsere geliebte zweite Halbzeit“. Das geht schon mit den Pässen los. Als ob jemand den Schalter ausgemacht hat. Bei mir steht „so ein Mist spielen wir“. Alle. Luis trifft unnachahmlich und Basti rettet mehrfach in höchster Not. Das Aufbauspiel lahmt. Es gibt sie noch, die geilen Aktionen. Curd auf Maik. Tor (was aber in der Statistik nicht auftaucht von ihm) Dann 25:26. Und Basti hält. Der OHC stellt wieder auf ein 7:6 im Angriff um. Luis bekommt dadurch den Platz. Die Abwehr läuft schnell zurück und hat mehrfach Glück, dass die Gastgeber einen Ballgewinn nicht verwerten können. 25:28. Patrick „muss nun doch ran“. Das Spiel ist nichts für schwache Nerven. Georg schön durch. Einmal drin, einmal Lattenkreuz. Curd wieder sauber verwertet. Das wars dann, sagt mir mein toller nächster Gesprächspartner, der sich als der Papa von Benno vom HSV herausstellt. 29:32. Da sind noch viereinhalb Minuten zu spielen. Es liegt nicht an der Physis. Dieses clevere Herunterspielen fehlt. Diese Balance zwischen Ruhe, Auge und Effektivität. Noch zweimal kann ein überragender Ben Leuteritz (12 Tore) einnetzen. Und wir verlieren einfachste Bälle. Die letzten Sekunden kann der Gastgeber aber dieses Mal nicht nutzen. Ein Dutzend Hände verhindern den durchaus verdienten Ausgleichstreffer der Gastgeber. Der OHC hat immer noch ein Spiel mehr als die anderen Teams. Gegen Radebeul spielen wir am 11.April um 14.00Uhr. Das Heimspiel findet in Görlitz statt, da unsere Halle eine „Sonderbehandlung“ bekommt. Nächste Woche geht es nach Dresden zum HSV II. Da bin ich mir ganz sicher, dass uns da das Team von Martin Kovar alles Gute wünscht. Wir müssen nur einfach mal eine Konstanz walten lassen. Ruhe, Auge und Effektivität. Euer Alex 15.03.2026

Der OHC Bernstadt mit: Sebastian Thomas, Norman Jacobi, Falko Böhmer(1), Stefan Deutschländer(1), Nick Hänisch, Tony Ulbrich(3), Erwin Möse(4), Georg Katzer(2), Jonas Riccius, Luis Kahle(11), Kevin Lukas Adler, Curd Mautsch(6), Maik Schubert(2), Patrick Michel (2)

Team: Jens Heinze, Torsten Katzer, Jessica Sommerfeld