Verbandsliga Männer
OHC Bernstadt – HC Elbflorenz Dresden III 24: 30 (10:18)
Da musste ich jetzt länger überlegen, wie man solch ein Resultat an den „Außenstehenden“ ran bringt. Der Tabellensechste verliert zu Hause deutlich gegen den Zehnten. Auch völlig zu Recht. Auf den zweiten Blick ist ja auch die Aufstellung recht passabel. Eigentlich. Denn hier kommt meine Erklärung in einem Wort: „SEUCHE“. Wenn man sich den Kader genauer ansieht, dann fallen schon viele Sachen auf. Beim OHC fehlen allein vier Kreisläufer. Der einzig nominelle, der noch im Kader ist, hat vom Nachmittag schon ein Spiel aus der Regionsoberliga „in den Knochen“. Und ist damit bei weitem nicht der Einzige. Drei weitere sind dort schon dabei. Und dann die „Verrotzten“. Teile meldeten sich unter der Woche krank und waren auch heute entweder gar nicht beim Spiel oder liefen schon arg gebeutelt auf die Platte. Unter dem Strich hatten wir vielleicht ein halbes Dutzend Leute, die ausreichend fit waren. Wenn überhaupt. Mit den ganzen Langzeitverletzten, welche seit Wochen oder Monaten fehlen, ist das kaum zu kompensieren. Das soll auf keinen Fall eine Entschuldigung sein. Es ist der IST-Zustand eines Vereins im Männerbereich, der sich „in das Osterwochenende rettet“. Der Begriff Seuche ist dann aber auch auf der Platte zu suchen. Eine „Abschlussseuche“ haben wir zudem auch noch. Die war schon verantwortlich für die Niederlage letzte Woche beim HSV Dresden II und wurde heute nochmals „ausgeweitet“. Später im Bericht dazu mehr. In der Summe verliert man dann gegen einen sehr schnell agierenden Gegner und kann heute noch nicht mal den Kopf schütteln. Das geht momentan anderen Mannschaften auch so. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an das zahlreiche Publikum. Das hatte ein sehr feines Gespür, dass die Truppe von Torsten Katzer (Mannschaftsleiter Jens Heinze liegt ebenfalls seit Tagen richtig flach) zu diesem Zeitpunkt der Meisterschaft in dieser Delle ist. Nur die Gegner waren etwas „enttäuscht“ vom Publikum, weil sie so viel schon der einzigartigen Stimmung in Bernstadt gehört hatten. Dazu kam es heute nicht. Zum Bericht, zum Spiel: Man startet mit 0:2, weil einer der drei herausragenden Gästespieler zweimal unglaublich einnetzt. Tönnis Trittler trifft doppelt. Wir starten (leider wie gewohnt in den letzten Wochen) mit schlechten Pässen, Ballverlusten und Fehlwürfen. Können uns aber rappeln. Patrick von der 7m und Tony und dann Georg. 3:2. Ploci ist gut drauf und nach vorn führen wir. Aber eben nur 38 Sekunden, dann liegen wir 3:4 hinten. Unser grundlegendes Manko in der Anfangsphase ist, dass wir uns zu wenig bewegen. Dem Teamkameraden keine Anspielstation bieten. Gravierende Fehlpässe sind die Folge. Zudem wird das Gebälk auf Tauglichkeit geprüft. Stefan und Erwin sind die Leidtragenden. Die Gäste können das so recht gar nicht begreifen und ziehen ein extrem schnelles Spiel auf. Vor allem Jakob Bleul und Georg Schmitt, beide der A Jugend vor kurzem entstiegen, sind faktisch nicht zu binden. Patrick mit Gewalt und Georg, dem neun Treffer gelangen zu Treffer. Aber es steht schon 5:10. Das funktioniert so nicht. Wieder Georg und dann endlich auch Curd. 7:12. Aber die Konter setzen die Gäste. Und zudem das Knie in den Oberschenkel von Patrick. Ein klassischer …..kuss, von dem sich unser Halbrechter faktisch nicht mehr vollständig erholt. Dass er dennoch bis weit in Hälfte zwei durchhält, ist höchstem Dank verpflichtet. Unsere Anspiele auf die Außen sind zu ideenarm. Die Gäste sind einfach wacher. Und dann eben auch noch Pech. Sahnepass von Basti auf Curd, der allen davon läuft und den Ball ans Lattenkreuz knallt. Laurens, der in Hälfte zwei stark agiert, geht nach Kopftreffer am Torwart für 2 Minuten runter. Und Dresden hat noch einen Kreisläufer, wo selbst ich ein „Schmalhans“ bin. Den kann Georg nicht verteidigen. 10:18 zur Halbzeit. Es läuft so ungefähr alles schief. Auch zu Beginn von Hälfte zwei ändert sich gar nichts. Wir bekommen die „jungen Wilden“ nicht zu fassen. Die sind manchmal so schnell, dass der eine oder andere die Schritte nicht zählen kann. Ploci hält, dennoch können wir noch nicht mal einen Konter hochfahren. Das Publikum beklatscht schöne Einzelaktionen. So das Tor vom Leuchtturm Erwin oder den Heber von Tony. Ja, ich war bei sechs Schritten bei der Nummer 28, Georg Schmidt, ehe dann Georg der Leidtragende mit den nächsten 2 Minuten wird. Bis auf 12 Tore (15:27 in der 48.Minute) gehen die Gäste weg. Wir „verballern derweil teilweise unsäglich“. Sechs, acht, zehnmal frei, völlig frei vor dem Tor. Gestandene Spieler, welche nun erbarmungslos scheitern. Wurfseuche. Und doch rafft sich der OHC auf. Basti killt nun einige 100-ige und nach vorn kommen der Mut und die Wut der Verzweiflung. Der Laurens hat ja so ein Potential. Drin, wieder drin. Georg ist nicht mehr zu halten. Die Abwehr agiert wieder geschlossen. Sechs Tore können noch aufgeholt werden. Einige pumpen auf dem letzten Loch. Die letzten Minuten zeigen, was man für ein Potential hat. Viel mehr wäre heute nur bei einer „normalen“ Chancenverwertung drin gewesen. Jedem einzelnen gebührt mein Dank. Kräfte sammeln. Zur Ruhe kommen. Am 11.April haben wir ein Nachholespiel. „Zu Hause“ in Görlitz Rauschwalde. Dieses Team hat es verdient, dass es auf der Zielgeraden der Meisterschaft die volle Unterstützung erfährt. Wir.zusammen.OHCfamilie. Euer Alex
Der OHC mit:
Lukas Plociennik, Sebastian Thomas, Falko Böhmer, Stefan Deutschländer, Tony Ulbrich(4), Erwin Möse(1), Georg Katzer(9), Laurens Marschke(3), Curd Mautsch(2), Maik Schubert, Patrick Michel(5), Toby Ronneberger
Team: Johann Brendler, Georg Katzer, Jessica Sommerfeld
