Verbandsliga Männer

OHC Bernstadt – SV Niederau 27:28 (13:16)

Ob das mein letztes Spiel wäre als Sprecher, wollten die Schiris Steffen Dienelt und Thomas Schüller wissen. Ich hätte doch so euphorisch geklungen. Auf meine fragenden Blicke kam ein: „Na Du hast doch auch ein Trikot bekommen.“ Ich konnte beruhigen. Das steht nicht zur Debatte. Schon gar nicht nach solch einem Handballspektakel. Nur der Feuerwehrchef „Hübi“ bemängelte, dass man mich nicht verstehe. Ich solle ein Spendenaufruf (er nannte den englischen Begriff) starten, dass man mich auch hören kann. Diese zwei Boxen reichen eben bei Weitem nicht aus, wenn 300 Zuschauer in zwei Fanlagern ein unglaubliches akustisches Feuerwerk abfackeln. Man stand zum Schluss mit leeren Händen aber vollem Herzen da. Schade, aber das ist eben ein Ergebnissport. Da entscheiden in solch einer Partie die kleinsten Fehler. Und da haben wir dann augenscheinlich einen mehr gemacht. Ein Dank an die Gäste, welche sich sportlich fair ab 18.10Uhr allein in ihrer Hälfte aufwärmten. Drüben begann nach dem Einlaufen der Männer eine zwanzigminütige Verabschiedung. Mir stockte mehrfach meine Stimme und die Augen waren teilweise überschwemmt. Es gibt einen großen Schnitt bei den Frauen und den Männern. Das muss man auch emotional erst einmal verkraften. Wir schafften aber pünktlich einen Start um 18.30Uhr. Beide Teams sind sofort auf „100“. Der OHC wirft das 1:0 durch Hannes, der sich bei der Aktion verletzt, später aber weiter machen kann. Das 2:0 durch Luis, das 3:0 im Konter durch Maik. Irre. Die Abwehr steht, Ploci hält. Der OHC fackelt ein Feuerwerk ab, dass dem Gegner (kurzzeitig) das Hören und Sehen vergeht. Und diese ausgelassenen Chancen zudem. Wir hätten mit fünf, sechs Toren weg sein können. Die Gäste fangen sich, kommen über ein 4:2 auf ein 5:5.  Der OHC bietet aber auch zu dieser Zeit eine Menge zum „Stirne runzeln“. Schrittfehler in der Vorwärtsbewegung, zu lange Pässe, die selbst ein Curd nicht erlaufen kann, technische unfertige Anspiele, welche die Gäste in Kontertore ummünzen. Noch weiß der OHC eine Antwort. Der Dreher von Luis zum 6:5 ist physikalisch nicht erklärbar. Das wird die letzte Führung lange Zeit sein. Der OHC fällt in ein „Kollektivloch“. Unfassbar die vergebenen Würfe. Übermotiviert und unkonzentriert. Durch die Bank weg. Die Gäste können ihr Glück kaum fassen und jagen nun einen nach dem anderen Konter in unsere Kiste. Von einem 8:8 über ein 9:12 zu einem 9:15 (23.min) Das muss in der Videoanalyse noch geklärt werden, ob bei der artistischen Rettung von Luis er schon im Kreis stand. Statt Ballgewinn gab es 2 Minuten gegen unseren Spielmacher. Niederau ist obenauf, der OHC scheinbar am Boden. Falko Böhmer trifft. Und Tony, Und Hannes. Dazu ist jetzt Justin in der Kiste und der ist minutenlang nur einen 7m zu bezwingen. Alles andere killt er. Teilweise sensationell. Mit nur drei Toren Rückstand geht es in die Kabine. Die Justin-Tröger-Spiele gehen zu Beginn der zweiten Halbzeit weiter. Nun greift er sogar den 7m von Robert Ritter. Luis zwischen Genie und Wahnsinn. Er verliert das Duell und der Torwart der Gäste kann in das verwaiste Tor einwerfen. Erwin ist zweimal nur durch Foul zu bremsen. 7m … den bekommen wir nicht rein. Wir treffen zu wenig. Curd macht sein nächstes Tor. Der Unterschied zwischen einem Vizemeister und einem Team aus dem Mittelfeld: sieht man auf der Platte. Wir haben kurzzeitig plus 2 Spieler auf der Platte > und  vergeigen. Die Gäste spielen jede Unterzahl bis „aufs Erbrechen“ runter. Fangen lassen, lange Ballpassagen, Foulspiel provozieren. In der Summe eben cleverer. Boah, Curd mit herrlicher Bogenlampe zum 20:22. Bei seiner nächsten Aktion wird er böse gefoult und muss verletzt runter. Die Gäste sind nun wieder etwas von der Rolle. Tony nutzt am eigenen Strafraum einen Ballgewinn mit einem 30m Wurf ins gegnerische Tor. 23:24. Hier ist noch gar nichts entschieden. Patrick trifft nun auch wiederholt und Justin Tröger hält erneut. In der Auszeit herzt Ploci seinen Torwartkollegen. Und Böhm mit all seiner Cleverness. Wieder Anschluss. Er klaut zudem den Ball. Luis drin, Patrick drin, Böhm drin. 27:25 für den OHC. Die Halle tobt. Es sind noch fünf Minuten zu spielen. Da wollte man vielleicht zu viel oder es zu schnell. Das muss man in Ruhe runterspielen, von der Seite beruhigen, keine technischen Fehler sich mehr leisten und wie ein Mungo auf die blitzschnelle tödliche Attacke vertrauen. Das bekommt der OHC nicht mehr hin und verliert noch dieses Spiel. Völlig unnötig. Die Gäste feiern den nicht mehr erwarteten Auswärtssieg und die Vizemeisterschaft. Der OHC muss mal kurz durchatmen und geht dann in ein kollektives Aufatmen über. Das Publikum bedankt sich frenetisch für diese Saison. Viele Fotos werden gemacht, es wird geherzt und getrunken. Dieser Verein lebt. Und wie. Männers … Dankeschön für diese geile Saison. Auch wenn das Trikot doch sehr straff sitzt > auch 26/27 werde mit dem Mikrofon Euch kommentieren, Fotos auswerten und den Bericht schreiben. In wenigen Stunden geht es nach Bischofswerda. Die E-Jugend spielt. Wir.zusammenOHCfamilie. Euer Alex   26.04.26

Der OHC mit: Justin Tröger, Lukas Plociennik, Falko Böhmer(5), Tony Ulbrich(4), Erwin Möse, Hannes Höhne, Georg Katzer(1), Laurens Marschke, Jonas Riccius, Luis Kahle(6), Curd Mautsch(3), Maik Schubert(1), Hannes Schneider(2), Patrick Michel(5)

Team: Jens Heinze, Torsten Katzer, Jessica Sommerfeld, Steve Höhne