Verbandsliga Männer
OHC Bernstadt – Radeberger SV 31:32 (20:15)
Eine Duplizität der Ereignisse? Ein Déjà-vu? Ein Recall? In einem spannungsgeladenen, hochdramatischen und teilweise nicht mehr zu begreifenden Handballspiel verliert der OHC gegen Radeberg. Wie im Hinspiel in den letzten Sekunden. Wie im Hinspiel nach toller Halbzeitführung. Erklärungsversuche gab es einige. Die „Schuldzuweisungen“ hielten sich in Grenzen, das Kopfschütteln war allgegenwärtig. Vor einer hingebungsvollen und faktisch ausverkauften Halle scheitert der OHC an seinen Nerven und diskutiert im Nachfeld über zwei Szenen, welche (nicht möglicherweise sondern durchaus) auch mit wesentlich härteren Bestrafungen für die Gäste hätten enden können. Nein, müssen. Aber, das Spiel verlieren wir dennoch, weil wir es nicht verstehen, die Balance von Ruhe, Auge und Effektivität zu halten. So wie in der ersten Halbzeit, als der OHC einen phantastischen Handball auf die Platte legte. Das ist so. Zum Spiel. Beide Teams sind auf mehrere Spieler der 2.Männer angewiesen. Beim Vorlesen der Gästeliste denke ich wirklich, dass ich den Zettel von der Nachmittagspartie in der Hand habe. Die Saison neigt sich dem Ende, etliche Aktive können nicht mehr. Der OHC hat noch zwei Nachhole Partien offen und muss die Zähne zusammen beißen. Von vier nominellen Außen fehlen beispielsweise drei. Nach dem Anpfiff ein kurzer Abpfiff. In einer Schweigeminute gedenkt die OHCfamilie der verstorbenen Renate, Dietmar und Torsten. Dann geht es los. Luis ist nicht zu halten. Sichtlich befreit vom Druck, dass er die Entscheidung nun kundgetan hat. Sein Wechsel zum Oberligisten nach Hoyerswerda ist nun offiziell. Er macht auch heute 10 Tore, passt und dirigiert auf einem Level, dass in dieser Liga seines gleichen sucht. Zu Beginn wirkt alles ausgeglichen. 2:0, 2:2. Die Gäste können ausgleichen. Patrick ist dieses Mal ganz sicher von der 7m. 4:4. Der OHC wirkt abgeklärt, konzentriert und treffsicher. Allen voran Luis. 8:4. Selten habe ich so eine reife Leistung des OHC gesehen. Wir lassen noch wenige Chancen liegen, die Abwehr steht wie ein Block. Kann vieles, aber natürlich nicht alles verhindern. Der OHC stellt im Angriff auf eine 7:6 um. Das kann Radeberg lange Zeit nicht verteidigen. Auch wenn man Luis ausschaltet. Nun treffen eben Danny, Georg und Jonas. Mit Hannes Schneider (auch er wechselt zum LHV) verletzt sich der nächste Kreisspieler. Umstellen, immer wieder umstellen. Patrick macht die 7m sicher. Und wird in Hälfte eins böse gefoult. Arm in den Hals. Eigentlich gibt es da keine zwei Meinungen. Basti und später Justin im Tor, Erwin als Blocker mit all den anderen. Jonas kann den letzten Konter noch verwerten. 20:15. SAHNE. Absolute Sahne. Und dann wird es spannend. Curd trifft noch herrlich und es steht 21:15. Die Abwehr agiert super und wir vergeigen die daraus resultierenden Konter. Mehrfach. Ohne Erklärung. Das baut den Gegner auf. Selbst Luis trifft zweimal nicht. Curd macht ihn super rein. Ja, dem 23:20 der Gäste wird im Vorfeld ein klares „Fuß“ nicht gesehen und gepfiffen. Curd knallt ans Lattenkreuz. Justin hält und dann die Szene, wo die Nackenmuskulatur vom Kopfschütteln schmerzt. Curd, ein 11-er Sprinter über die 100m, lässt den letzten Mann der Radeberger ins Leere laufen und zieht allein aufs Tor. Im Fallen greift der Radeberger in die Beine. Das war nicht glasklar, das war diamantklar rot. Da lege ich mich mal fest. Nichts gibt es, nichts. Das ist der cut. Wir verlieren die Nerven, die Kontrolle, das Spiel. Böhm trifft zu 25:21. Vogelwild wird nun der Ablauf. In 37 Sekunden sehen wir vier Tore. Vom 26:24 von Patrick bis zum 27:26 von Tim Bellmann. Völlige Auflösung. Georg mit Treffer. Aber wir lassen viele klare Chancen liegen. Ja, auch das Foul gegen Patrick hätte man anders bewerten können. Dafür muss Georg mit 2 Minuten runter. Und wir treffen nicht mehr. Ganze elf Tore gelingen uns in Hälfte zwei. Justin geht mit Kopftreffer zu Boden, Patrick mit Dreher beim 7m. 30:30. 31:31. Natürlich Luis. Radeberg in der letzten Minute, noch vierzig Sekunden. Und verlieren den Ball. Das ist dann die letzte Szene, welche nach Spielschluss diskutiert wird. Sollen wir das ruhig runter spielen und zumindest das Unentschieden sichern. Nein, volle Pulle und Jonas, der auf Rechtsaußen ein tolles Spiel macht ist frei durch… 10 von 10 macht er die eigentlich rein. Diesen nicht. Tim Bellmann kann 7 Sekunden vor dem Abpfiff noch einnetzen. Während die Gäste ihr Glück kaum fassen können starren die Gastgeber kollektiv ins Leere. Sacken lassen, durchatmen. Hoffen, dass beim Nachholespiel nächste Woche in Weinböhla der eine oder anderer da sein wird. wir.zusammenOHCfamilie. Euer Alex 07.03.2026
Der OHC mit: Sebastian Thomas, Justin Tröger, Falko Böhmer(1), Thomas Stieb, Hannes Schneider, Georg Katzer(3), Danny Burkhardt(1), Laurens Marschke, Luis Kahle(10), Curd Mautsch(5), Kevin Lukas Adler, Jonas Riccius(3), Hannes Schneider, Patrick Michel(7), Toby Ronneberger(1)
Team: Jens Heinze, Torsten Katzer, Tini Ronneberger
